Aussprache Puter

Die Schreibweise und die Aussprache im Puter sind nicht immer leicht nachzuvollziehen. Das liegt daran, dass Puter bereits seit Anfang des 16. Jahrhunderts schriftlich überliefert ist, während sich die gesprochene Sprache seither weiterentwickelt hat.

Im Puter gibt es verschiedene Buchstabenkombinationen, welche eine spezielle Aussprache haben. Die meisten davon sind Diphthonge, das heisst Vokale, die miteinander verbunden als eine einzelne Silbe ausgesprochen werden.

Es gibt wie bei jeder Sprache natürlich auch im Puter regional verschiedene Aussprachen und Eigenheiten. Der grösste Unterschied zwischen den Dialekten liegt zwischen Sur Funtauna Merla (das obere Gebiet) und Suot Funtauna Merla (das untere Gebiet). Funtauna Merla ist eine Quelle zwischen Bever und La Punt, welche das putersprachige Gebiet in zwei teilt.

Auf dieser Seite geht es nur um die Aussprache des Puters. Die Eigenschaften anderer Idiomen findest du hier.

Karte Engadin: Puter Vallader

Aussprache besonderer Laute im Puter

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ai

  • oberhalb Funtauna Merla
    • gleich wie -au- ausgesprochen: /ɛ/
    • -> naiv (Schnee): «näv»
    • -> trais (drei): «träs»
    • -> nair (schwarz): «när»
    • Aussprache der eher älteren Generationen
  • unterhalb Funtauna Merla
    • wie geschrieben ausgesprochen
    • -> naiv (Schnee): «naiv»
    • -> trais (drei): «trais»
    • -> nair (schwarz): «nair»

an am Wortende

  • das a wird verkürzt ausgesprochen
  • -> druvan: «druvn»
  • -> Samedan: «samed(e)n», /sɐmedən/

au

  • -aun-: vor n: «-än», /ɛ/
    • -> Funtauna (Brunnen): «Funtäma», /funtɛmɐ/
    • -> auncha (noch): «äntscha»
  • -au-: sonst: «au», /au/
    • -> auto (Auto): «auto»

c

  • vor i, e
    • als «z»
    • -> Cilgia: «Zildscha»
    • -> center (Mitte): "Zenter"
  • vor a, o, u
    • als "g"
    • -> calmer (beruhigen): "galmer"
    • -> collisiun (Kollision): "gollisium"
    • -> cudesch (Buch): "gudesch"

ch (/tɕ/, /c/)

  • ein hartes «tsch», wie ci/ce im Italienisch
  • -> chatter (finden): «tschatter»
  • -> chanter (singen): «tschanter»

dsch (/d͡ʒ/)

  • stimmhaft, wie englisch «John» (laut udg)
  • -> dschungla (Dschungel): «jungla»
  • -> orandsch (orange): «orandj»

eau (ich)

  • über Funtauna Merla: «ea»
  • unter Funtauna Merla: «eia»
  • Samedan: «äia»

gl (/ʎ/)

  • vor i, e, ü, ö
    • wie ein weiches l
    • -> glüna (Mond): «lüna»
  • vor dem Rest
    • wie «gl»
    • -> glatsch (Eis): «glatsch»

g

  • vor i, e, ü und ö (/dʒ/, /ɟ/)
    • ein weiches «dsch», wie im Italienisch
    • -> manger (essen): «man(d)scher»
    • -> gianter (mittagessen): «dschanter»
  • am Wortende (/tɕ/):
    • wie romanisches «ch»
    • -> Roseg: "Rosetsch"

gn (/ɲ/)

  • weich, wie im Italienischen
  • -> gnir (kommen): «nir»

gu/qu (oberhalb Funtauna Merla)

  • das u wird nicht, bzw. fast nicht ausgesprochen
  • -> guaunt: «gänt»
  • -> quatter: «gatter»

ieu

  • als «ia»
  • -> vstieu (Kleid): «stia»
  • -> sieu (sein): «sia»

in (/iɲ/)

  • das n wird weich ausgesprochen («ign»)
  • oft als Verkleinerungsform
  • -> paunin (Brötchen): «pämign»

ng (/tɕ/)

  • wie ein romanisches «ch», /tɕ/
  • -> actuelmaing (aktuell, adv.): «agtuelmainch»

n am Wortende, ausser nach i

  • wie ein «m»
  • -> bun (gut): «bum»
  • -> chaun (Hund): «tschäm»

ou

  • als langes o
  • -> sour (Schwester): «soor»

s vor Konsonant (/ʃ/)

  • wie ein «sch», /ʃ/
  • -> svelt (schnell): «schwelt»
  • -> sdun (Löffel): «schdum»

sch (/ʃ/)

  • wie im Deutsch
  • -> schmancher (vergessen): «schmantscher»

s-ch (/ʃtɕ/)

  • wie ein «sch-tsch»
  • -> S-chanf: «Sch-tschanf»
  • -> Cinuos-chel: «Zinuosch-tschl»

tsch

  • stimmlos, etwa wie Matsch (laut udg)
  • -> tschanter (sitzen): «tschanter»